Stilleben aus 2-mm-Draht
Mit nur 2 Millimetern starkem Draht zeichne ich Gegenstände in den Raum. Flaschen, Geschirr, eine Milchtüte oder ein Segelschiff werden zu dreidimensionalen Linienzeichnungen, die ihre Motive auf wenige Umrisse und charakteristische Details reduzieren.
Die Arbeiten bewegen sich zwischen Zeichnung und Skulptur. Was gewöhnlich durch Volumen, Oberfläche und Materialität bestimmt wird, erscheint hier als offenes Gerüst. Konturen überschneiden sich, Linien durchdringen einander, Vorder- und Rückseite bleiben gleichzeitig sichtbar. So entsteht ein Spiel mit Wahrnehmung und Perspektive: Der Gegenstand ist erkennbar und entzieht sich doch einer eindeutigen Ansicht.
Ob fünf stehende und eine liegende Flasche, vier Flaschen und eine aus dem Jahr 2000, ein Seestück oder ein Kaffeegedeck mit Milchtüte – ich finde in den vertrauten Dingen eine eigene bildnerische Ordnung. Der alltägliche Gegenstand wird nicht nachgebildet, sondern auf seine wesentlichen Linien hin befragt.
Die sparsame Materialverwendung verleiht den Arbeiten eine besondere Leichtigkeit. Der Draht zeichnet nicht nur die Form, sondern macht auch den umgebenden Raum zum Bestandteil der Skulptur. Leere wird sichtbar, und die Linie gewinnt Körper, ohne ihre zeichnerische Qualität zu verlieren.
Es sind Stilleben, die weniger das Ding selbst als vielmehr dessen Erscheinung untersuchen. Sie verbinden die Präzision einer Zeichnung mit der räumlichen Offenheit einer Skulptur – und zeigen, wie wenig Material nötig ist, um einen Gegenstand in unserer Vorstellung entstehen zu lassen.
Wer diese und andere Arbeiten entdecken möchte, ist herzlich zu meinen Ateliertagen eingeladen.
Am Samstag und Sonntag, 24. und 25. Oktober 2026, jeweils von 11 bis 17 Uhr, öffne ich mein Atelier. Es gibt viel zu sehen, Bekanntes wiederzuentdecken und vielleicht auch das eine oder andere Werk mit nach Hause zu nehmen.
Ich freue mich auf Ihren Besuch und auf persönliche Gespräche über Kunst, Gestaltung und die Dinge, die uns umgeben.