Schalenskulptur aus Tombak und Stahl – Hommage
Diese Arbeit ist das Ergebnis eines dialogischen Prozesses zwischen zwei Metallen: Tombak und Stahl. Ausgangspunkt bildet ein dreilagiges Paket – Tombak, Stahl, Tombak – bei dem ein perforiertes Stahlblech zwischen zwei Tombakschichten verschweißt wird. Durch das anschließende Ausschmieden verbinden sich die Materialien nicht nur technisch, sondern auch strukturell zu einer spannungsvollen Einheit.
In der Säure wird das Gefüge offengelegt. Der Stahl, als der unedlere Bestandteil, wird zuerst angegriffen und teilweise herausgelöst. Zurück bleibt eine fragile, durchbrochene Struktur, in der Leerräume ebenso bedeutend sind wie das verbleibende Metall. Das Ätzen ist dabei kein rein destruktiver Vorgang, sondern ein zeichnender Prozess – er modelliert Tiefe, lässt Relief entstehen und schreibt Zeit in die Oberfläche ein.
Die abschließende Flammoxidation intensiviert die Farbigkeit des Tombaks. Warme Gold-, Kupfer- und erdige Grünnuancen überziehen die bewegte Haut der Skulptur und verleihen ihr eine lebendige, beinahe organische Anmutung. Die Schale wirkt wie ein Fundstück – gewachsen, gealtert, transformiert.
Mit ihren Maßen von 21 × 24 × 3,5 cm entfaltet die Arbeit trotz ihrer kompakten Dimension eine starke plastische Präsenz. Sie thematisiert Vergänglichkeit und Verwandlung, das Spannungsverhältnis von Beständigkeit und Auflösung – eine Hommage an das Material selbst und an die Kräfte, die es formen und verändern.