Kugelschale – Skulpturale Raumstruktur aus Stahl
Diese Arbeit gehört zu einer Werkgruppe, in der sich die Linie vom zweidimensionalen Zeichenelement in eine räumliche Struktur verwandelt. Aus einfachem 2-mm-Stahldraht entsteht ein komplexes Geflecht, das zugleich offen und verdichtet wirkt – eine Form zwischen Architektur, Zeichnung und organischem Wachstum.
Ausgangspunkt der Skulptur sind einzelne, handgeschweißte Leitersegmente unterschiedlicher Breite und Höhe. Diese Elemente werden zu einer kugelförmigen Grundstruktur gefügt und anschließend weiterentwickelt, indem die entstehenden Zwischenräume erneut mit der charakteristischen Leiterstruktur gefüllt werden. Durch diese wiederholende, fast rhythmische Arbeitsweise wächst die Form Schicht für Schicht zu einem vielschichtigen Linienkörper heran.
Die Transparenz der Struktur lässt den umgebenden Raum Teil der Arbeit werden. Je nach Standpunkt des Betrachters verdichten sich die Linien zu grafischen Mustern oder lösen sich wieder in eine leichte, fast immaterielle Raumzeichnung auf. Licht und Schatten erweitern die Skulptur über ihre materielle Präsenz hinaus und erzeugen ein ständig wechselndes visuelles Geflecht.
In dieser Verbindung aus präziser handwerklicher Metallarbeit und reduzierter Formensprache entsteht ein Objekt, das sowohl als autonome Skulptur als auch als funktionales Gefäß gelesen werden kann. Gerade diese Ambivalenz verleiht der Arbeit ihre besondere Spannung und macht sie zu einem charakteristischen Beispiel zeitgenössischer Metallskulptur.
Material: Stahl-Draht
Durchmesser: 48 cm
Höhe: 36 cm